Welcome to Momland – abgetaucht nach der Geburt

Das Baby ist da! Die Freude ist riesig, die Erschöpfung meist auch. Mit Baby #2 und somit zum 2. Mal als frisch gebackene Mami in Elternzeit beobachte ich manch interessantes Phänomen unter Neu-Mamis, dass mir bei Kind #1 damals gar nicht so aufgefallen war. Ich mache aber all diese Dinge natürlich bedingungslos mit, Rudeltier, Hormone und so 😉

 

#1 Verschollen! Freundin verzweifelt gesucht

Während der Schwangerschaft hat man nahezu täglich Kontakt, man schreibt hin und her, trifft sich, telefoniert mit der Freundin. Dann ist das Baby da und mit dem Tag der Geburt ist die Neu-Mama verschollen. Als würde sie noch immer im Kreißsaal liegen 🙂 Nachrichten werden nicht mehr innerhalb von Stunden, sondern Tagen beantwortet, an Treffen ist entweder noch nicht zu denken oder die Vereinbarung eines Termins braucht mindestens eine Woche und telefonieren, ja dafür ist sowieso keine Zeit, das Baby hat schließlich Hunger, Windel voll, Pubs quer oder muss gebadet werden.

 

#2 Mamileben oder: eine andere Zeitrechnung beginnt

Mit Baby verschiebt sich die Wahrnehmung von Zeit extrem. Die Tage und Wochen fließen dahin und der Tag richtet sich nach Fütterungs- und Schlafzeiten des Babys. Es geht unfassbar schnell, dass man im kleinen Mama-Mikrokosmos abgetaucht ist und Zeiten, die man Pre-Kids vollkommen normal fand, nun als verrückt wahrnimmt. Beispiel: Eine Einladung auf einen Geburtstagsumtrunk um 20 Uhr. Um 20 Uhr befinde ich mich normalerweise in Jogginghose, nachdem die Kinder gebadet, gefüttert und im Bett sind auf dem Sofa. Dort verbringe ich dann etwa 1-2 Stunden, eh alle Vorbereitungen für die Nacht getroffen (Baby wickeln, Flaschen vorbereiten…) werden und Schlag 22:15 Uhr das Licht ausgeht und ich schlafe. Nun werde ich mich also um 20 Uhr aufhübschen und freudig zum Geburtstagsumtrunk fahren (nicht das mir das nicht gefallen würde ;-)) und mich dabei fühlen wie damals, mit 16, als man sehr cool zu um 23 Uhr in die Disco aufbrach. Aber, dass ich spätestens um 22 Uhr wieder aufbrechen muss ist wohl klar, Schlaf ist schließlich der Heilige Grahl der Mutterschaft (neben duschen würde ich behaupten).

 

#3 „Und was macht ihr am Wochenende so?“

Eine Frage bei der ich mit Mini-Baby daheim immer wieder ratlos bin ist die Frage nach den Plänen für das Wochenende. Was erwarten die Leute für eine Antwort? Mein Baby ist wenige Wochen alt, am Wochenende nutze ich die Anwesenheit meines Mannes und schlafe länger als bis 6 Uhr, während er sich um Baby und Kleinkind kümmert. Wenn ich dann noch mit einer Dusche, die länger als 5 Minuten dauert in den Tag startet war mein Wochenende schon erfolgreich. Da gibt es keine großen Brunch-Events, Shopping- Trips oder Kinobesuche. Mit Mini-Baby, bin ich am Wochenende schlichtweg daheim. Und das ist momentan das Schönste, was ich mir vorstellen kann.

 

#4 Place-to-be: Zuhause

Ja, ich bin auch ohne Baby gern und viel zu Hause. Nun ist es aber so, dass es schon eine ganz besonders reizvolle Veranstaltung sein muss um mich von zu Hause wegzubekommen (noch! Das ändert sich in einigen Wochen sicher wieder und man wird mich nicht lange bitten müssen etwas ohne Kinder zu unternehmen ;-)) Zuhause bei meinen Kindern ist wenige Wochen der Geburt eben einfach mein place-to-be.

 

#5 Speed-Verabredungen

Treibt es eine Neu-Mami dann doch einmal aus dem Haus, ohne Baby, dann wird sehr sehr regelmäßig das Handy gecheckt und aus einem gemütlichen Abendessen wir schnell mal ein Speed-Dinner der Extraklasse. Sozialleben aufsaugen, die wichtigsten Neuigkeiten mit der Freundin besprechen und ab nach Hause. Im Auto schon mal anrufen, um zu Fragen, ob alles gut ist zu Hause und Vollgas Richtung Familie düsen.

 

Tja, so ist eben die erste Zeit im Momland. Auf gewisse Art und Weise ist sie magisch, denn sie ist so kurz. Meist ist sie nach den ersten Wochen nach der Geburt schon wieder vorbei. Und weil die Anwesenheit im Momland, in der das Angucken des eigenen Kindes besser ist als jeder Blockbuster und die Limo auf dem heimischen Sofa so viel besser schmeckt als jeder Cocktail in der neuen Szene-Bar eben besonders und so endlich ist sollten wir sie genießen. Die Kino-Einladung der Freundin entspannt erst am nächsten Tag beantworten und den Duft unseres Babys aufsaugen, das schon so bald seinen frischen Babyduft verliert und die Realität uns wieder hat. Und dann kann man auf die Kino-Einladung auch wieder sofort antworten und ganz verrückt um 20 Uhr zu einer Einladung gehen (wobei…. wer sagt das Kleinkinder automatisch durchschlafen…? -Aber das ist ein anderes Thema 😉 ).

Katrin

Mutter --- Bloggerin & PR-Beraterin --- Hamburg --- 32 Jahre alt

No Comments Yet

Comments are closed