Wunschgeschlecht nicht verfügbar- vom Glück eine Jungsmama zu sein

Beginnen wir hier, 1997, ich war 13 und ich war mir sicher. Ich werde einmal eine Tochter haben. Schluss aus Ende. Einen Jungen würde ich nie haben, naja vielleicht als zweites Kind, aber bitte auch nur dann.

15 Jahre später: mein (damals noch) Freund und ich haben entschieden, dass wir uns ein gemeinsames Kind wünschen. Dieses noch nicht existente Kind war so surreal, aber eines war klar, es ist weiblich.

16 Jahre später: ich halte den positiven Schwangerschaftstest in der Hand und schwanke zwischen Panikattacke und Freudentränen. Nun wird es also erst. Es ist bestimmt ein Mädchen.

16 Jahre und 6 Wochen später: Termin beim Frauenarzt und die obligatorische Frage, ob wir das Geschlecht wissen wollen. Innerlich denke ich mir, „brauche ich nicht, ich weiss es eh schon, es wird ein Mädchen.“ Aber gut, soll er mal schauen. Er schallt nur kurz und ist sich sicher, es wird zu 99,9 % ein Junge. Bäm! Ich stehe unter Schock, ich will nur aus der Praxis raus. Das kann nicht sein. Ich bekomme ein Mädchen, ich bin eine Mädchenmama, immer wollte ich ein Mädchen, der hat sich geirrt. Ich weine, ich weine und trauere um „mein Mädchen“. Und fühle mich schlecht, nur wegen des Geschlechtes zu weinen, statt mich über ein gesundes Baby zu freuen.

16 Jahre, 6 Wochen und einen Tag später: Der Schock hat sich gelegt, ich bin glücklich. Ich werde eine Jungs-Mama, die sind ja eh viel lässiger als die Mädchen-Mamas 😉 .

16 Jahre und 40 Wochen später: Oh mein Gott, das ist unser Kind, er ist wunderschön. Katrin du blöde Nuss, wie konntest Du jemals auch nur eine Sekunde darüber traurig sein einen Jungen zu bekommen?!

18 Jahre später: Ich bin wieder schwanger, ich wusste es innerlich längst, aber nun bestätigen die zwei Striche des Schwangerschaftstestes mein Gefühl. Dieses Mal wird es ein Mädchen, mir geht es so schlecht, mir ist immerzu übel, es ist vollkommen offensichtlich. Alle in der Familie sehen es übrigens genauso.

18 Jahre, 6 Wochen später: Frauenarzttermin. Ich bin erwartungslos hin, da es noch so früh war und bekanntlich erkennt man Mädchen ja oft eh später. Er schallt, fragt ob wir das Geschlecht wissen wollen und ich höre wie in Trance wie er sagt, „Herzlichen Glückwunsch, es ist wieder ein Junge“. Beim Verlassen der Praxis habe ich es langsam realisiert, ich werde wieder eine Jungs-Mama, ich bin glücklich.

19 Jahre später: Die Familienplanung ist abgeschlossen, keine Babys mehr. Ich bin eine Jungs-Mama und werde es immer bleiben. Ich werde nie eine Mädchen-Mama und das ist gut so. Denn heute weiss ich, was ich bis vor wenigen Jahren noch nicht wusste:

Jungs zu haben ist ziemlich cool und man lernt täglich neue Dinge über Bagger, Traktoren, Penisse, Mädchen und Autos.

Im Wesentlichen aber habe ich 3 Dinge gelernt:

  1. Mutterliebe hat absolut nichts mit dem Geschlecht zu tun
  2. Das Leben kommt wie es kommt
  3. Genau das, was man am wenigsten erwartet wird oft zum größten Glück und genauso ist es bei mir – Jungsmama for life! Yay!!!

Katrin

Mutter --- Bloggerin & PR-Beraterin --- Hamburg --- 32 Jahre alt

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